Infotainment aus Sicht der Medienpädagogik

Christian Doelker

Abstract


Wenn - provisorisch formuliert - Infotainment eine Mischung aus Information und Unterhaltung darstellt, wird in der Regel vorausgesetzt, dass es der Macher ist, der diese Mischung herstellt. Was den Konsumenten betrifft, würde dieser die Mischung tel quel (das heisst so infonnativ und unterhaltend, wie sie gemeint war) nutzen und sich darob teils informieren und teils amüsieren. Diese Gleichung geht von einer Symmetrie der Kommunikation aus. Man nimmt an, dass die Nutzung durch den Anbieter zwingend gesteuert werden kann. Die folgenden Ausführungen sollen aufzeigen, dass der Konsument keineswegs entsprechend den Vorgaben zu ''funktionieren" braucht. Er verhält sich beim "Konsum" keineswegs passiv, sondern entwickelt ihm eigene Aktivitiiten: Er ist selber eine Art Macher oder Produzent. Analog zur sprachlichen Kontamination der Begriffsbildung "Infotainment" wird deshalb der Ausdruck "Prosument" (aus Pro(duzent) + (Kon)sument) vorgeschlagen und davon ausgegangen, dass dieser Prosument eine Mischung von Information und Unterhaltung nach seinem eigenen Gusto produziert, die mitunter völlig von den intendierten Wirkungen abweicht. In einem zweiten Schritt wird dargelegt, dass diese Mischung (bei mangelnder medienpädagogischer Ausbildung) problematisch oder gar riskant sein kann, und dass umgekehrt gewisse journalistische Regeln dem Mix von Information und Unterhaltung Grenzen setzen (sollen).

Keywords


Infotainment; Prosument; Information; Unterhaltung; Medienpädagogik

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Copyright (c) 2017 Christian Doelker

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Studies in Communication Sciences | ISSN: 1424-4896