Krieg und Frieden in der Geschichtswissenschaft. Neuere Perspektiven und Ansätze der Militär- und Gewaltgeschichte und der Historischen Friedensforschung
DOI:
https://doi.org/10.24445/conexus.2024.07.003Abstract
Während Krieg seit der Entstehung der europäischen Geschichtsschreibung in der Antike eines ihrer zentralen Themen ist, wurde der Friede – abgesehen von kriegsbeendigenden Friedensschlüssen – erst im späten 20. Jahrhundert explizit thematisiert. Diese ungleiche Beschäftigung widerspiegelt den Umstand, dass es sich beim Begriffspaar Krieg und Frieden um asymmetrische Gegenbegriffe handelt: Der Krieg lässt sich inhaltlich, zeitlich und in seiner Ereignishaftigkeit einigermassen klar definieren, Charaktermerkmale und zeitliche Dimensionen des Friedens sind sehr viel diffuser. Nachdem die Kriegsgeschichte lange Zeit vor allem an Militärakademien betrieben wurde, um aus vergangenen Kriegen für zukünftige zu lernen, entstanden im späten 20. Jahrhundert verschiedene Formen ziviler, historisch-kritischer Beschäftigungen mit Krieg und Frieden, so der sozial- und wirtschaftshistorische War and Society-Ansatz, die an der normativen Idee des Friedens orientierte und explizit praxeologisch ausgerichtete Historische Friedensforschung, die vielfältige Impulse aus der Kultur-, Geschlechter-, Alltags-, Global- und Umweltgeschichte aufgreifende Neue Militärgeschichte sowie die Krieg, Bürgerkrieg, Genozid, Totalitarismus und weitere Gewaltsituationen zusammendenkende Gewaltgeschichte. Der Artikel rekapituliert die jüngeren Richtungen der historischen Beschäftigung mit Krieg und Frieden, ordnet sie in ihre wissenschaftlichen und realhistorischen Kontexte ein und stellt die Themenschwerpunkte dieser sich überlappenden Forschungsrichtungen vor.
Downloads
Downloads
Veröffentlicht
Ausgabe
Rubrik
Lizenz

Dieses Werk steht unter der Lizenz Creative Commons Namensnennung - Nicht-kommerziell - Keine Bearbeitungen 4.0 International.
Creative Commons: Namensnennung - nicht kommerziell - keine Bearbeitungen (CC BY-NC-ND 4.0)