Diskursive Ordnungen zwischen Wahrheit und Lüge. Zur Ontologie transdisziplinärer Forschung
DOI:
https://doi.org/10.24445/conexus.2025.08.003Abstract
Phänomene wie algorithmisch generierte Echokammern, KI-gestützte Sprachmodelle und die allgegenwärtige Verfügbarkeit von Informationen führen zu tiefgreifenden epistemischen Umbrüchen. In deren Folge erscheint die Welt nicht nur komplexer, sondern zunehmend als superkomplex: Informationen stehen oftmals dekontextualisiert zur Verfügung, während etablierte Deutungsmuster erodieren. Vor diesem Hintergrund fragt der Beitrag, wie sich die Begriffe Wahrheit und Lüge im Kontext inter- und transdisziplinärer Forschung – insbesondere im Rahmen des universitären Forschungsschwerpunkts Digital Religion(s) – theoretisch fassen lassen. Ausgehend von Überlegungen Friedrich Nietzsches und Michel Foucaults wird Wahrheit nicht als objektive Gegebenheit verstanden, sondern als Resultat historisch gewachsener Ordnungen sowie sprachlich-diskursiver Praktiken. Der Beitrag schlägt vor, transdisziplinäre Wissensproduktion als iterativen Aushandlungsprozess zu konzeptualisieren, in dem Wahrheit weder vorausgesetzt noch normativ fixiert, sondern relational, kontextabhängig und machtförmig strukturiert ist. Diese Perspektive erweist sich auch als bildungsrelevant: Sie eröffnet die Möglichkeit, sprechfähige Positionen zu schaffen, von denen aus in einer epistemisch kontingenten Welt orientierungsstiftend gesprochen werden kann.
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