Tarski and the intricacies of reasoning under uncertainty

  • Henriette Haas
  • Manja Djordjevic
  • Ann van Ackere

Abstract

Anhand eines äusserst schwer zu lösenden Problems haben wir in einer mehrjährigen Studie untersucht, wie kriminalistische Interpretation unter den Bedingungen vollständiger Unsicherheit von 259 Teilnehmern praktisch durchgeführt wurde. Einfache Interpretationsheuristiken, die sich vage am Theorem von Tarski orientieren, das heisst der Korrespondenz der Fakten mit der Hypothese, können leicht in die Irre führen. Scheinbar gut passende Hypothesen können falsch sein (false positives), und Hypothesen, die dem Substrat klar widersprechen, können trotzdem der Grundwahrheit sehr nahe kommen (false negatives). Dies liegt daran, dass sich überlagernde Einflüsse im fraglichen Ereignis ein teilweise verdecktes Spurenbild hinterlassen können. Da man die Grundwahrheit in der Praxis nie kennt, stellt sich die Frage, wie man beim Generieren von Hypothesen in der Fallanalyse vorgehen soll und wie man Arbeitshypothesen überhaupt kritisch beurteilt. Gemäss unseren Ergebnissen lohnt es sich erstens, Unterhypothesen aufzustellen für Teilsachverhalte, vor allem, wenn diese den Naturgesetzen unterstehen, und zweitens sollten Exklusionshypothesen aufgestellt werden, das heisst, es sollte ausgeschlossen werden, was eher nicht in Frage kommt.

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Veröffentlicht
2019-09-04
Zitationsvorschlag
Haas, H., Djordjevic, M., & van Ackere, A. (2019). Tarski and the intricacies of reasoning under uncertainty. Conexus, 2, 25-51. https://doi.org/10.24445/conexus.2019.02.004