Gottfried Sempers Annäherung an den Salomonischen Tempel

  • Barbara von Orelli-Messerli

Abstract

Zwischen 1838 und 1840 war Gottfried Semper mit der Errichtung der Dresdner Synagoge beschäftigt, einem Bau mit europaweiter Ausstrahlung. Dabei stand der Salomonische Tempel offenbar nicht im Vordergrund – weder als Modell noch als Forschungsobjekt. Erst 1849/50, als Semper im Exil in Paris lebte, begann er mit der Niederschrift der «Vergleichenden Baulehre». In der Inhaltsangabe zu diesem druckfertig ausgearbeiteten, aber nie publizierten Manuskript findet sich ein Hinweis darauf, dass dort ein Kapitel über den Bautypus der Synagoge geplant war. Das Thema «Salomonischer Tempel» erscheint ebenfalls in den meisten der Kollegnachschriften von Sempers Zürcher Studenten. Gleich zu Beginn seiner Vorlesungen machte er deutlich, dass zwischen Synagoge und Tempel zu unterscheiden sei, wobei er mit Tempel den Salomonischen Tempel oder seine Nachfolgebauten meinte. Im vorliegenden Beitrag werden die Ideengeschichte des von Semper bewunderten Salomonischen Tempels und dessen Auswirkungen auf seine architektonischen Konzepte der Stoffwechseltheorie und der Bekleidungstheorie nachgezeichnet.

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Veröffentlicht
2019-09-04
Zitationsvorschlag
von Orelli-Messerli , B. (2019). Gottfried Sempers Annäherung an den Salomonischen Tempel. Conexus, 2, 212-245. https://doi.org/10.24445/conexus.2019.02.013