Gesunde Tiere dank Antibiotika?

Autor/innen

  • Michael Hässig

DOI:

https://doi.org/10.24445/conexus.2020.03.004

Abstract

Mastkälber erkranken vor allem bis zum Alter von sechs Wochen an Jungtierkrankheiten wie Pneumonie und Diarrhöe. Sie werden in dieser Zeit zwischen Geburt und Mastbetrieb oft über mehrere Stationen verstellt, das heisst, sie werden willkürlich zu neuen Gruppen zusammengefügt. Diese Tierhaltung mit Verstellung in einer Zeit, in der ein erhebliches Risiko besteht, dass das Kalb erkrankt, und der finanzielle Druck auf die Kälbermäster führen dazu, dass es in der industriellen Kälbermast fast nicht ohne Antibiotika geht. Antibiotika töten dabei aber nicht nur pathogene, also krankmachende Bakterien ab, sondern auch die für die Verdauung notwendigen Bakterien, was oft zu Folgekrankheiten führt. Durch selektiven Einsatz von Antibiotika kann die Effizienz vorhandener Antibiotika erhöht werden. Eine gezielte Anlehnung an die Vorgaben der Natur, das heisst, indem die Jungtiere in der Herde belassen werden, kann den Antibiotikaeinsatz reduzieren. Dies würde aber zu einer späteren Mastperiode führen. Damit die Kälbermast dennoch rentiert, müssten diese Kälber älter auf den Markt kommen, weil ein Mäster vom Fleischzuwachs zwischen Aufstallung und Schlachtung lebt. Damit aber die auf den Markt gebrachte Fleischmenge konstant gehalten werden kann, müsste weniger Endmast und mehr Baby-Beef produziert werden, was die allgemeine Fleischqualität sogar erhöhen würde

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Veröffentlicht

2020-12-02

Zitationsvorschlag

Hässig, M. (2020). Gesunde Tiere dank Antibiotika?. Conexus, 3, 26–31. https://doi.org/10.24445/conexus.2020.03.004