Welche Krankheiten heilen Schamaninnen? Beispiele aus dem Himalaya-Raum

Autor/innen

  • Werner M. Egli

DOI:

https://doi.org/10.24445/conexus.2020.03.006

Abstract

Schamanismus wird abwechselnd verstanden als religiöse Praxis archaischer oder indigener Gesellschaften, als Verfahren zur Heilung psychischer oder physischer Probleme, als rechtliches Mediationsverfahren, zuweilen auch als künstlerische Performance, die dem besseren Verständnis der Welt oder der eigenen Person oder auch nur zur Unterhaltung dienen soll. Alle diese Ansichten treffen insofern zu, als sie einen der Aspekte hervorheben, die in ihrer Gesamtheit das schamanische Ritual charakterisieren. Immer handelt es sich bei diesen Ritualen um multi-sensuelle Spektakel. Die verschiedenen Aspekte der in schamanischen Ritualen behandelten Krankheiten sind in ihrem Verständnis, ihrer Gewichtung und ihrer Konfiguration stets kulturell und historisch geprägt, und dies lässt sich am besten erkennen, wenn der konkrete Ablauf dieser Rituale durch teilnehmende Beobachtung verfolgt und in seinem weiteren ethnografischen Kontext studiert wird. Eine derartige Analyse des schamanischen Rituals bildet einen Schlüssel zum Verständnis der jeweiligen Krankheitskonzepte. In diesem Aufsatz soll ausgehend vom Fallbeispiel einer ethnischen Gruppe in Ost-Nepal, bei der sich der Autor während 30 Jahren mit Schamanismus beschäftigt hat, gezeigt werden, was die jeweilige rituelle Praxis in ihrem weiteren Kontext über das Verständnis von Krankheit aussagt und was daran kulturspezifisch und was von allgemeiner Bedeutung ist.

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Veröffentlicht

2020-12-02

Zitationsvorschlag

Egli, W. M. (2020). Welche Krankheiten heilen Schamaninnen? Beispiele aus dem Himalaya-Raum. Conexus, 3, 53–74. https://doi.org/10.24445/conexus.2020.03.006