Chilo und Antigone. Autonomie zwischen Partizipation und Isolation

Autor/innen

  • Beate Beer

DOI:

https://doi.org/10.24445/conexus.2021.04.004

Abstract

Der Beitrag deutet zwei Figuren aus der antiken Literatur als Beispiele für autonomes Handeln: Chilo erreicht in einem Wertekonflikt eine individuelle, autonome Lösung, Antigones Widerstand gegen Kreons Gesetz führt in die Katastrophe. Beide Figuren teilen sich als Voraussetzung für gelingende Autonomie die Partizipation an den Werten ihrer Polis, die nur für Chilo gegeben ist, nicht für Antigone. Partizipation als Voraussetzung für gelingende Autonomie mag moderner Konzeption entgegenlaufen, kann aber durch Ciceros Definition des Staates als einer Rechtsgemeinschaft und seine Anbindung der damit postulierten überindividuellen Rechtsauffassung an göttliches Recht, das wir als ‘Vernunftrecht’ verstehen wollen, erhellt werden. Chilos Partizipation wird verständlich als Teilhabe an diesem, die Antigone durch Kreons Willkür versagt bleibt.

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Veröffentlicht

2021-07-16

Zitationsvorschlag

Beer, B. (2021). Chilo und Antigone. Autonomie zwischen Partizipation und Isolation. Conexus, 4, 24–36. https://doi.org/10.24445/conexus.2021.04.004