Call for Papers

Call for Papers: conexus 5

Nachhaltigkeit und Effizienz

Was von dem, was wir herstellen – homo faber –, was wir tun und denken, was wir erforschen und erfinden, ist von bleibendem Wert? Von bleibendem Wert nicht nur insofern, als das Produkt, das Resultat unseres Tuns dauerhaft bleibt, sondern auch so beschaffen ist, dass es die nächsten Generationen nicht in ihren Entfaltungsmöglichkeiten beeinträchtigt, sondern vielmehr fördert, das heisst, dass das Bleibende ein wirklicher Wert ist? Zur Beantwortung dieser Fragen – sowohl in allgemeiner und grundsätzlicher Hinsicht als auch im je konkreten Fall – bedarf es stets umfassender, differenzierter, multiperspektivischer, interdisziplinärer, langzeitiger Analysen, Diskussionen und Reflexionen. Dafür aber fehle oft, so heisst es, die Zeit. Probleme wollen und sollen gelöst werden – und zwar sofort. Gefragt ist Entscheidungsfreudigkeit, die als Tugend des homo faber gilt. Innehalten und Abwägen werden als Zaudern, gar als Mangel an Durchsetzungsvermögen diskreditiert. Zumal, so rechtfertigen sich die Entscheidungsfreudigen, die Folgewirkungen von Entscheidungen oftmals schwer kalkulierbar, antizipierbar, simulierbar sind. Demgegenüber scheinen Ad-hoc-Lösungen und Pragmatismus mehr als berechtigt, oftmals gar nötig, denn sie sind unbestreitbar effizient.

Welcher dieser beiden Handlungsmaximen – so lautet eine der Grundfragen des Anthropozäns –, Nachhaltigkeit oder Effizienz, ist der Vorzug zu geben? Oder lassen sich beide Maximen auch dialektisch verknüpfen – etwa im Sinne einer effizienten Nachhaltigkeit oder nachhaltigen Effizienz? Die Relevanz der Frage ist evident, sie stellt sich in allen Disziplinen: in der Politik wie in der Ökonomie und der Ökologie, in der medizinischen wie in der pharmazeutischen Forschung, in der Entwicklung neuer Technologien und Methoden, im Bereich der Erziehung und Bildung, in der Psychologie und der Seelsorge wie in vielen anderen Bereichen wissenschaftlicher Theorie und Praxis.

Kolleginnen und Kollegen aus allen Disziplinen sind eingeladen, die Frage nach Nachhaltigkeit und/oder Effizienz, die Frage, wie dann zu verfahren ist, wenn diese Handlungsmaximen miteinander konfligieren, die Frage «Was bleibt» beziehungsweise «Was soll bleiben» und vor allem auch «Wie soll es bleiben?» aus der Perspektive ihres Fachs zu beleuchten. Manuskripte können in den Landessprachen und in Englisch eingereicht werden.

Deadline: 28. Februar 2022

Manuskripteinreichung: Prof. Dr. Wolfgang Rother wolfgang.rother@philos.uzh.ch

Peer Review: Die Beiträge werden im double-blind-Verfahren begutachtet.

Umfang: 20 000 bis 35 000 Zeichen (inkl. Leereichen, inkl. Fussnoten)

Publikation: Herbst 2022 https://www.hope.uzh.ch/conexus/

Die Richtlinien sowie ein Template finden Sie hier: https://www.hope.uzh.ch/conexus/about/submissions