conexus https://www.hope.uzh.ch/conexus <p><span style="font-family: Palatino; background: white; color: black;"><span style="font-size: 9pt; font-family: 'Arial',sans-serif; background: white; color: black;">Publikationen der fortgeschrittenen Forschenden und Lehrenden der Universität Zürich</span></span></p> de-DE Creative Commons: Namensnennung - nicht kommerziell - keine Bearbeitungen (<a href="https://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/4.0/" target="_blank">CC BY-NC-ND 4.0</a>) wolfgang.rother@philos.uzh.ch (Prof. Dr. Wolfgang Rother) oai@hbz.uzh.ch (Margit Dellatorre) Mi, 02 Dez 2020 00:00:00 +0100 OJS 3.2.1.2 http://blogs.law.harvard.edu/tech/rss 60 conexus 3/2020: Krankheit und Gesundheit https://www.hope.uzh.ch/conexus/article/view/conexus.2020.03.001 <p>Der «<em>endlichen</em> Existenz», so lesen wir bei Hegel, eignet die «<em>ursprüngliche Krankheit</em>», sie trägt den «angeborenen <em>Keim des Todes</em>» in sich. Insofern erscheint nicht die Gesundheit, sondern die Krankheit als der Normalzustand des organischen Lebens. Dies macht die Gesundheit zu einem umso kostbareren Gut – und zwar nicht nur die Gesundheit als physisches, sondern auch als psychisches und soziales Wohlergehen. Umfassende Gesundheit ist unteilbar. Dieser Gedanke, der in der Idee von «One Health» und ihrer interdisziplinär und global ausgerichteten Forschungs- und Praxisperspektive akzentuiert wird, war wegleitend für die Konzeption der vorliegenden conexus-Nummer, an der Fachleute aus unterschiedlichen medizinischen und geisteswissenschaftlichen Disziplinen mitgewirkt haben.</p> Wolfgang Rother Copyright (c) 2020 Wolfgang Rother https://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/4.0 https://www.hope.uzh.ch/conexus/article/view/conexus.2020.03.001 Do, 31 Dez 2020 00:00:00 +0100 Vorwort https://www.hope.uzh.ch/conexus/article/view/conexus.2020.03.002 Wolfgang Rother Copyright (c) 2020 Wolfgang Rother https://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/4.0 https://www.hope.uzh.ch/conexus/article/view/conexus.2020.03.002 Mi, 02 Dez 2020 00:00:00 +0100 One Health continues to evolve for better health of people, animals and ecosystems https://www.hope.uzh.ch/conexus/article/view/conexus.2020.03.003 <p>This article provides insights gained during a four-year project funded by the European Cooperation in Science and Technology (COST) named «Network for Evaluation of One Health», which brought together over 250 scientists, decision-makers and practitioners with expertise and/or interest in One Health to investigate the added value of One Health and elaborate and evaluation protocol for One Health. Here, we present our reflections on the significance of these findings for our common practice as health professionals. Two initial findings lie at the core of this analysis, namely the observation that 1) One Health integrates knowledge from various sources in a transdisciplinary way and that there are as many concepts of health as participants in a specific initiative; and 2) the nature of complex One Health problems necessitates systems thinking and consideration of emergences as a One Health initiative is implemented. An analysis of eight case studies, i.e., evaluations of different One Health initiatives, found that the capacity of an initiative to facilitate knowledge integration improves with the age of the initiative, political boundaries of any nature hinder knowledge integration, and the prevailing competitive mentality in academia may be a serious obstacle to trusted collaboration required for interdisciplinary progress. The COST project also revealed a number of important knowledge gaps, namely the need for: a scalable definition of health, balancing expert advice and citizen participation to tackle health challenges, bridging the scission between the benefits and risks arising from nature, discussing whether egoism will define the boundary to sustainable health, a biocentric social justice framework, and comparative values associated with health of people, animals, plants and ecosystems. Furthermore, methodological challenges were identified such as participatory methods that are scalable to large populations, a specific skill set to facilitate transdisciplinary research, and governing mechanisms alternative to legislation and markets. Finally, as a rather unexpected outcome, the project has revealed the tension between the academic and societal demands for infallibility and predictability versus the need for honesty, authenticity, humbleness and emotion to permit the full unfolding of human creativity.</p> Simon R. Rüegg, Barbara Häsler Copyright (c) 2020 Simon R. Rüegg, Barbara Häsler https://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/4.0 https://www.hope.uzh.ch/conexus/article/view/conexus.2020.03.003 Mi, 02 Dez 2020 00:00:00 +0100 Gesunde Tiere dank Antibiotika? https://www.hope.uzh.ch/conexus/article/view/conexus.2020.03.004 <p>Mastkälber erkranken vor allem bis zum Alter von sechs Wochen an Jungtierkrankheiten wie Pneumonie und Diarrhöe. Sie werden in dieser Zeit zwischen Geburt und Mastbetrieb oft über mehrere Stationen verstellt, das heisst, sie werden willkürlich zu neuen Gruppen zusammengefügt. Diese Tierhaltung mit Verstellung in einer Zeit, in der ein erhebliches Risiko besteht, dass das Kalb erkrankt, und der finanzielle Druck auf die Kälbermäster führen dazu, dass es in der industriellen Kälbermast fast nicht ohne Antibiotika geht. Antibiotika töten dabei aber nicht nur pathogene, also krankmachende Bakterien ab, sondern auch die für die Verdauung notwendigen Bakterien, was oft zu Folgekrankheiten führt. Durch selektiven Einsatz von Antibiotika kann die Effizienz vorhandener Antibiotika erhöht werden. Eine gezielte Anlehnung an die Vorgaben der Natur, das heisst, indem die Jungtiere in der Herde belassen werden, kann den Antibiotikaeinsatz reduzieren. Dies würde aber zu einer späteren Mastperiode führen. Damit die Kälbermast dennoch rentiert, müssten diese Kälber älter auf den Markt kommen, weil ein Mäster vom Fleischzuwachs zwischen Aufstallung und Schlachtung lebt. Damit aber die auf den Markt gebrachte Fleischmenge konstant gehalten werden kann, müsste weniger Endmast und mehr Baby-Beef produziert werden, was die allgemeine Fleischqualität sogar erhöhen würde</p> Michael Hässig Copyright (c) 2020 Michael Hässig https://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/4.0 https://www.hope.uzh.ch/conexus/article/view/conexus.2020.03.004 Mi, 02 Dez 2020 00:00:00 +0100 Opioide – Gefahren einer eindimensionalen Schmerztherapie https://www.hope.uzh.ch/conexus/article/view/conexus.2020.03.005 <p>Die erfolgreiche Therapie von Schmerzpatienten stellt hohe Anforderungen an die Behandelnden. Immer komplexere Krankheitsbilder, therapeutischen Optionen und Angebote verleiten zu Simplizismen: der unkritischen gleichförmigen Antwort, nämlich der Gabe hochdosierter, kurzfristig wirksamer Opioide, auf komplexe schmerztherapeutische Fragestellungen. In den USA führte die übermässige Verschreibung dieser Medikamente, Hand in Hand mit wirtschaftlichen und strukturellen Gegebenheiten, zu einer Flut an Opioid-Abhängigen und gipfelte 2015 in der Opioid-Krise mit zahlreichen Todesfällen, so dass der nationale medizinische Notstand ausgerufen wurde. Auch in der Schweiz nehmen Opioid-Verschreibung und -Konsum signifikant zu. Droht uns hier ein ähnliches Szenario wie in den USA? Und welche Massnahmen können getroffen werden, dies zu verhindern? Die Antwort liegt in einer interdisziplinären, rationalen, multimodalen und indikationsgerechten Therapie, welche einem informierten und aktiven Patienten eine zufriedenstellende Lebensqualität ermöglicht.</p> Antje Heck, Eli Alon, Kyrill Schwegler, Andreas R. Gantenbein Copyright (c) 2020 Antje Heck, Eli Alon, Kyrill Schwegler, Andreas R. Gantenbein https://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/4.0 https://www.hope.uzh.ch/conexus/article/view/conexus.2020.03.005 Mi, 02 Dez 2020 00:00:00 +0100 Welche Krankheiten heilen Schamaninnen? Beispiele aus dem Himalaya-Raum https://www.hope.uzh.ch/conexus/article/view/conexus.2020.03.006 <p>Schamanismus wird abwechselnd verstanden als religiöse Praxis archaischer oder indigener Gesellschaften, als Verfahren zur Heilung psychischer oder physischer Probleme, als rechtliches Mediationsverfahren, zuweilen auch als künstlerische Performance, die dem besseren Verständnis der Welt oder der eigenen Person oder auch nur zur Unterhaltung dienen soll. Alle diese Ansichten treffen insofern zu, als sie einen der Aspekte hervorheben, die in ihrer Gesamtheit das schamanische Ritual charakterisieren. Immer handelt es sich bei diesen Ritualen um multi-sensuelle Spektakel. Die verschiedenen&nbsp;Aspekte der in schamanischen Ritualen behandelten Krankheiten sind in ihrem Verständnis, ihrer Gewichtung und ihrer Konfiguration stets kulturell und historisch geprägt, und dies lässt sich am besten erkennen, wenn der konkrete Ablauf dieser Rituale durch teilnehmende Beobachtung verfolgt und in seinem weiteren ethnografischen Kontext studiert wird. Eine derartige Analyse des schamanischen Rituals bildet einen Schlüssel zum Verständnis der jeweiligen Krankheitskonzepte. In diesem Aufsatz soll ausgehend vom Fallbeispiel einer ethnischen Gruppe in Ost-Nepal, bei der sich der Autor während 30 Jahren mit Schamanismus beschäftigt hat, gezeigt werden, was die jeweilige rituelle Praxis in ihrem weiteren Kontext über das Verständnis von Krankheit aussagt und was daran kulturspezifisch und was von allgemeiner Bedeutung ist.</p> Werner M. Egli Copyright (c) 2020 Werner M. Egli https://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/4.0 https://www.hope.uzh.ch/conexus/article/view/conexus.2020.03.006 Mi, 02 Dez 2020 00:00:00 +0100 Im Spannungsfeld zwischen Tun und Lassen – ein medizinphilosophischer Beitrag https://www.hope.uzh.ch/conexus/article/view/conexus.2020.03.007 <p>Die Medizin ist im Wandel und ebenso unser Verständnis von Gesundheit und Krankheit. Die unaufhaltsame Technisierung unserer Lebenswelt verändert auch das Denken und Handeln in der Medizin. Immer mehr wird machbar, immer weniger scheint unmöglich. Die Medizin breitet sich aus und sie beansprucht im Leben jedes Einzelnen und in der Gesellschaft zunehmend mehr Platz. Hier gilt es, innezuhalten und sich über diese Entwicklung Gedanken zu machen. Dazu sind Klärungen zu drei wesentlichen und oft gebrauchten Begriffen der Medizin hilfreich: Es geht um das Begriffspaar <em>Gesundheit und Krankheit</em>, um den Begriff der <em>Medikalisierung</em> und um den der <em>Macht in der Medizin.</em> Die Geschichte der Medizin ist eine Erfolgsgeschichte – darüber besteht kein Zweifel. Stets aber regt sie zum Handeln, zum korrektiven Intervenieren an. Entsprechend ist das Tun das Übliche, das Unterlassen dagegen die Ausnahme. Dies gilt es zu beachten und zu hinterfragen – denn <em>Unterlassen</em> gilt in der Medizin als heikel, es ist gegebenenfalls einklagbar und entspricht so gar nicht unserem aktivistischen Denken und Handeln. Es gibt aber Situationen, in denen das Nichthandeln für den betroffenen Patienten die klar bessere Option ist. Um dieses <em>situative Nicht(s)tun in der Medizin</em> geht es in diesem Beitrag. Es braucht eine ausgewogene und paritätische Praxis des Handelns und des Nichthandelns, welche immer das Optimale für den Patienten im Visier hat. Keiner der beiden Optionen, weder dem Tun noch dem Nicht(s)tun, steht ein Primat zu, denn beide Handlungsweisen sind in ihrer Dignität ebenbürtig.</p> Beat Gerber Copyright (c) 2020 Beat Gerber https://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/4.0 https://www.hope.uzh.ch/conexus/article/view/conexus.2020.03.007 Mi, 02 Dez 2020 00:00:00 +0100 Das Gesunde und Kranke in der Literatur. Robert Musil und die Krise der Moderne https://www.hope.uzh.ch/conexus/article/view/conexus.2020.03.008 <p>Musil stellt in seinem Essay&nbsp;<em>Das Unanständige und Kranke in der Kunst</em>&nbsp;von 1911 die These auf, dass Kunst zwar als psychisch krank Geltendes zum Ausgangspunkt wählen könne, das Dargestellte jedoch weder unanständig noch krank sei. Mit dieser These provoziert Musil im zeitgenössischen Kontext zweifach: Die Grenzen zwischen «psychisch krank» und «psychisch gesund» werden – zumindest in der Kunst und Literatur – irrelevant. Ja, mehr noch: Kunst (Literatur) transformiert, was in Wissenschaft (Soziologie, Psychologie/Psychopathologie/Psychiatrie, Jurisprudenz) und Gesellschaft als psychisch krank gilt, in etwas, das jenseits der Dichotomie von «krank» und «gesund» liegt und sich insofern arbiträren Beurteilungen («entweder» – «oder») entzieht. Gerade im psychisch Kranken, der anders denkt, anders fühlt, anders wahrnimmt und anders handelt als die Norm, in seiner Alterität steckt für Musil ein Entwicklungspotential des Menschen, das die normierte und normierende Gesellschaft ignoriert und/oder aus Angst vor dem Unbekannten ausgrenzt, indem sie es moralisch verurteilt und kriminalisiert. Insofern ist das erkenntnisleitende Interesse Musils im&nbsp;<em>Essay</em>&nbsp;genuin ethisch; der Erkenntnisgewinn besteht Musil zufolge in der Pluralität von Optionen im Denken, Fühlen und Handeln. Provokant ist nicht nur Musils These selbst, sondern auch und sogar noch provokanter ist der Testfall, an dem Musil seine These exemplifiziert: dem des Sexualmörders Moosbrugger im&nbsp;<em>Mann ohne Eigenschaften</em>. Während beispielsweise ein Psychologe Urteile über den psychischen Zustand eines Menschen eindeutig, das heisst nicht arbiträr und damit wissenschaftlich valide, trifft oder – so Musil – eher meint treffen zu können, beginnen diese im Medium der Literatur, als Dargestelltes, zu oszillieren. Vorliegender Beitrag analysiert Musils Argumentation im&nbsp;<em>Essay</em>&nbsp;mit Bezug auf den Testfall Moosbrugger im Kontext der zeitgenössischen Psychologie und Psychiatrie, zeigt, worin die Spezifik von Musils in seinem <em>Essay</em> formulierte These besteht, und erörtert ihre Validität sowie die Folgen für die Kunst.</p> Ulrike Zeuch Copyright (c) 2020 Ulrike Zeuch https://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/4.0 https://www.hope.uzh.ch/conexus/article/view/conexus.2020.03.008 Mi, 02 Dez 2020 00:00:00 +0100 Literarische Krankheitserzählungen zwischen Fiktion und Realität https://www.hope.uzh.ch/conexus/article/view/conexus.2020.03.009 <p>Krankheit ist nicht nur ein beliebtes Thema der Literatur, Krankheit ermöglicht Literatur, provoziert Narration. Konfrontiert mit ganz unterschiedlichen Krankheiten –Knochentuberkulose, AIDS, Alzheimer – suchen Schriftsteller wie Max Blecher (1909-1938), Hervé Guibert (1955-1991) und Olivia Rosenthal (*1965) nach Erzählformen, welche die verschiedenen Krankheitserfahrungen zum Ausdruck bringen können. Die oft radikalen Veränderungen der Wahrnehmung von Realität, der Beziehung zu sich und der Umwelt, des Verhältnisses von Körper und Geist, Erinnern und Vergessen, lösen tiefgreifende Sinnkrisen und verstörende Entgrenzungserlebnisse aus: Die Unterscheidungen von Wirklichkeit und Traum, von Wahrheit und Imagination, von individuellem und kollektivem Gedächtnis lösen sich auf und rufen – an der Schwelle von Sinn und Absurdität – physische, psychische, ethische aber auch kreativ-ästhetische Reaktionen hervor. In Konkurrenz zum medizinischen Expertendiskurs antworten Schriftsteller auf die Grenzphänomene, indem sie die Kategorien von (Auto-)Fiktion und (Auto-)Biographie, von Roman und Dokumentation, Prosa und Poesie im Medium der literarischen Narration unterlaufen und Strategien entwickeln, um die Wissensformen über Krankheit zu erweitern und die Deutungshoheit über «das Normale und das Pathologische» (Georges Canguilhem) infrage zu stellen.</p> Christina Vogel Copyright (c) 2020 Christina Vogel https://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/4.0 https://www.hope.uzh.ch/conexus/article/view/conexus.2020.03.009 Mi, 02 Dez 2020 00:00:00 +0100 The Development of Psychiatry in Slovakia https://www.hope.uzh.ch/conexus/article/view/conexus.2020.03.010 <p>Around the turn of the twentieth century, when Sigmund Freud and Sandor Ferenczi were gaining international recognition for their seminal work in the new discipline of psychiatry in Austria-Hungary, progress in medicine and public healthcare were virtually non-existent in the Hungarian Highlands (Upper Hungary, <em>Felvidék</em>, <em>Horná zem</em>, the territory of today’s Slovakia). Owing to political conditions, scientific development of Slovak medical research and psychiatry began only from 1918 on. My paper should be understood as an introduction to Slovak public healthcare with a focus on psychiatry in the Central European political context during the years following the First World War.</p> Josette Baer Copyright (c) 2020 Josette Baer https://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/4.0 https://www.hope.uzh.ch/conexus/article/view/conexus.2020.03.010 Mi, 02 Dez 2020 00:00:00 +0100 Immigration and Healthy Policymaking https://www.hope.uzh.ch/conexus/article/view/conexus.2020.03.011 <p>If the people incorporated in the state are considered metaphorically as the «body politic», questions arise as to the body's well-being. The question addressed here is the extent to which «healthy policymaking» is being practiced on matters of great concern in Western states. Exemplary are the public debates on mass migration in <em>Mitteleuropa</em> and elsewhere that have recently wracked political systems and populations. The so-called migrant crises indicate a grave dysfunction in how policy is made in liberal democracies today. The following article attempts a diagnosis of national policymaking on «hot-button Issues». How far can the customary ideals of careful consideration of information, constructive exchange of different opinions, and amiable consensus be reasonably expected in such a highly emotive context? Alternatively, should public policy be made otherwise, i.e., through processes that do not afflict the body politic grievously? The investigation examines different prescriptions proposed by concerned politicians and commentators. It finds that adequate «therapies» ensuring healthy policymaking in this context have yet to be elaborated, either in theory or practice. Dysfunction in policymaking – and profound dissatisfaction with liberal democracy – will accordingly persist about mass migration. The body politic will – can – never develop a total immunity to «illnesses» in popular deliberation. At most an alleviation of symptoms may be hoped for.</p> Malcolm MacLaren Copyright (c) 2020 Malcolm MacLaren https://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/4.0 https://www.hope.uzh.ch/conexus/article/view/conexus.2020.03.011 Mi, 02 Dez 2020 00:00:00 +0100