Was vom Tage übrig bleibt – ein Navigationsversuch

  • Miriam Meckel University of St. Gallen, Insitute for Media and Communication Management
Keywords: Textherrschaft, Deutungshoheit, Wissensordnung

Abstract

Interpretationsfragen sind Machtfragen. Das ist seit Menschengedenken so und lässt sich eindrucksvoll an der Geschichte der Auslegungsfragen und ihrer Antworten in Recht, Politik, Religion, Kultur und Wissenschaft nachvollziehen. Was das Recht mit dem Konstrukt der «herrschenden Meinung » festzulegen sucht, gerät in der Politik zur Ideologie, heute zunehmend zum Populismusstreit (wer setzt sich nachhaltiger in den Köpfen der artikulierten oder schweigenden Mehrheit fest?) . Während die Kirche Differenzen und Widersprüche in Konzilen und Enzykliken und die Kultur selbige in Kanones aufzulösen versucht, darf die Wissenschaft offener mit solchen Problemen umgehen und die Differenz als dialektisches Verhältnis zwischen These und Antithese begreifen (wie in verschiedenen Theorienstreits geschehen), um womöglich irgendwann eine Synthese daraus abzuleiten, die wiederum theorie- und empirietauglich sein sollte. 

How to Cite
Meckel, M. (1). Was vom Tage übrig bleibt – ein Navigationsversuch. Studies in Communication Sciences, (2). https://doi.org/10.24434/%x
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