«…plötzlich kam ich aus dem Film und hatte das Bedürfnis, selbst etwas zu schreiben.»
Fan-Fiction aus der Perspektive einer Autorin
DOI:
https://doi.org/10.60135/werkstuecke.15.2023.2Abstract
Zusammenfassung
Fan-Fiction ist ein Phänomen, das zwar viel beleuchtet worden ist, jedoch ohne eigene Teilhabe nur schwer nachempfunden werden kann. Aus diesem Grund wird in diesem Text der Perspektive einer Autorin von Fan-Fiction Raum gegeben, um ihre Tätigkeit aus einer Innensicht heraus nachvollziehen zu können. Mit Hilfe von zwei narrativen Interviews wird danach gefragt, wie sie zum Schreiben von Fan-Fiction kam, welche Beweggründe dahinterstecken und welchen Stellenwert diese Praxis für ihr Leben besitzt. Es stellt sich heraus, dass Fan-Fiction für die Interviewpartnerin eine grosse emotionale Bedeutung innehat und eng mit ihrer Lebensgeschichte verwoben ist. In diesem Zusammenhang zeigt sich FanFiction als Ort, an dem ganz existenzielle Probleme des Alltags verarbeitet und ausgehandelt werden und mögliche Alternativen und Systemüberwindungen imaginiert aufscheinen. Hierin kann auch ein aktivistisches Potenzial von Fan-Fiction gesehen werden. Insgesamt kommt ein Dualismus in der Wahrnehmung des Schreibens zum Vorschein. So charakterisiert die Interviewpartnerin Fan-Fiction auf der einen Seite als unbeschwerten Spass und als Hobby, das individuelle Freiheit und spielerisches Ausprobieren ermöglicht. Auf der anderen Seite sieht sie Fan-Fiction als Raum, in dem sehr ernste Themen angesprochen und verhandelt werden und erkennt an, dass auch Regeln und eine Verantwortung für die Wirkung ihres Schreibens auf die Leser*innen existieren.
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