Digitales Trinkgeld in der Plattformökonomie
Perspektiven von Food-Kurier:innen und Konsument:innen
DOI:
https://doi.org/10.60135/werkstuecke.00.2023.6Abstract
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Alltagssituationen wie diese zeigen, dass der Umgang mit Geld nicht nur eine ökonomische, sondern auch eine soziale und kulturelle Praxis ist. Sie verweist auf Erwartungen, auf Wertvorstellungen und auch auf Einstellungen gegenüber aktuellen Technologien und Plattform Firmen. Trinkgeld zu geben, würde aus einer ökonomischen Perspektive, in der das wirtschaftlich denkende Individuum allein zur Vermehrung des eigenen (finanziellen oder symbolischen) Kapitals handelt, eher in einer Stammbeiz Sinn ergeben – oder wenn die Trinkgeld gebende Person sich anderweitig unter Beobachtung fühlt. In flüchtigen Beziehungen zu Menschen, die ziemlich sicher in Zukunft nicht mehr angetroffen werden, wie das in vielen Restaurants oder eben auch bei Food-Kurier:innen der Fall ist, bringt das Geben von Trinkgeld dem Homo oeconomicus wenig, da keine bessere oder freundlichere Behandlung beim nächsten Wiedersehen angestrebt werden kann. Laut einer Studie der ZHAW sagen 85 Prozent der Befragten, dass sie in einem bedienten Restaurant Trinkgeld geben. Beim relativ neuen (Massen-)Phänomen der Essens-Lieferdienste scheint die Situation jedoch weniger eindeutig zu sein.
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