Der Umgang mit Geld ist im Wandel begriffen – die Formen gegenseitiger Unterstützung sind es auch. Welche neuen Dynamiken entstehen, wenn nicht nur das Bezahlen digitalisiert wird, sondern auch das Spenden und das ‹Supporten›? Welche symbolischen, imaginären und ideologischen Wertigkeiten erhält das digitale Geld?
Die sechs Fallstudien in diesem Band geben Antworten auf diese und verwandte Fragen anhand von Forschungen, die Master-Studierende der Empirischen Kulturwissenschaft im Rahmen eines Studienprojekts über digitale Neukonfigurationen moralisch-ökonomischer Alltagspraktiken unternommen haben. Konkret geht es um monetäre und nicht-monetäre Praktiken des Supportens auf der Livestreaming-Plattform Twitch, das Unterstützen von Geflüchteten mittels einer Facebookgruppe, Charity Shirts als Spendenanreiz, das Spendensammeln für ein Kinderspital, die Migros-Aktion Support your Sport und das digitale Trinkgeld im Kontext von Essenslieferdiensten. Die Beiträge basieren auf Forschungen mithilfe narrativer Interviews mit Akteur:innen aus den untersuchten Feldern, digitaler und analoger teilnehmender Beobachtung sowie Analysen verschiedener Plattformen. Sie beleuchten die Neuverhandlung von Bedeutungen und Rollen der beteiligten Akteur:innen – zum Beispiel als ‹Supporter:innen› und ‹Produser:innen› – sowie subjektive Bewertungen und Vorstellungen darüber, wer welche Unterstützung verdient und welche digitalen Formen dafür die richtigen sind.
Fan-Fiction ist, wie der Name schon sagt, fiktional – aber dennoch auf vielfältige Weise mit dem Alltagsleben und teils der biografischen Entwicklung derjenigen verwoben, die sich ihr verschrieben haben. Die Beiträge dieses Bandes der Werkstücke, die im Rahmen eines Master-Studienprojekts im FS und HS 22 entstanden sind, gehen der alltäglichen Bedeutung dieser populären Gattung nach. Unter Berücksichtigung der ästhetischen und kulturtheoretischen Dimension basieren sie auf umfangreichen Interviewstudien, die jeweils andere Schwerpunkte setzen: Das Schreiben, das Lesen sowie die diskursive Aushandlung von Fan-Fiction. Damit ergänzen sich die Beiträge bei aller Eigenständigkeit zu einem Rundblick, der die Ergebnisse tiefgehender Forschungsleistungen der Autorinnen ebenso präsentiert wie er weiterführende Fragen aufwirft.
Im Herbstsemester 2022 fand am Institut für Sozialanthropologie und Empirische Kulturwissenschaft (ISEK) im Fach Populäre Kulturen das Seminar «Einkaufswagen» statt. Es hatte zum Ziel, dieses alltägliche und meist als selbstverständlich genommene Objekt in den Mittelpunkt des Interesses zu stellen und aus verschiedenen Perspektiven zu befragen. Die Lehrveranstaltung war dabei dem forschenden Lernen verschrieben. Die Bachelor-Studierenden wurden angeleitet, erste Forschungserfahrungen zu machen und selbst die Geschichte und Gegenwart des Einkaufswagens ethnografisch zu beforschen. Die Teilnehmenden erarbeiteten jeweils in Zweiergruppen eigene Analysen zu selbst gewählten Forschungsfeldern und bereiteten diese als Essay für eine interessierte Öffentlichkeit auf. Die Endprodukte des Seminars finden sich in diesem – erstmals rein digitalen – Werkstück.
In Gleichstellungsbüros ist inzwischen die Ansicht verbreitet, dass es auch in der Verantwortung der Unternehmen liegt, ein Klima zu schaffen, das Frauen die Vereinbarkeit von Erwerbstätigkeit und Familienleben erlaubt. Doch sollte jene Vereinbarkeit ebenfalls Männern ermöglicht werden. Diese Perspektive wurde bis anhin noch wenig beleuchtet: Welche betrieblichen Hürden und gesellschaftlichen Denkmuster veranlassen Männer – trotz anderen Absichten – dazu, die Rolle des ‘Ernährers’ einzunehmen, die Betreuung der Kinder jedoch weitgehend der Partnerin zu überlassen? Olivia Frigo-Charles betrachtet entlang von Interviews mit Vätern, Müttern und Expert:innen die an Männer gerichteten Narrative zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf in der Privatwirtschaft. Sie zeigt, dass Vorstellungen über Vaterschaft sowohl betriebliche als auch gesellschaftliche Hindernisse verursachen und aufrechterhalten.
Während der Corona-Pandemie galten Bewohnerinnen und Bewohner von Alters- und Pflegezentren als besonders schutzbedürftig. Deswegen wurden sie von der Aussenwelt weitgehend abgeschirmt: Einerseits durfte nur in Ausnahmefällen Besuch von aussen in die Heime hinein; andererseits dürften die Bewohner*innen selbst die Heime nicht verlassen, wann sie wollten. Wie sind die Bewohnerinnen und Bewohner mit dieser Isolation umgegangen? Wie haben sie die Situation erlebt und gestaltet? Welche Belastungen und Härten, aber auch welche Spielräume und Möglichkeiten haben sich ergeben? Und was haben sich die Heimleitungen und Mitarbeiter*innen einfallen lassen, um die Besuchs- und Ausgehverbote zu kompensieren? Und wie sind die Mitarbeiter*innen selbst mit dieser aussergewöhnlichen Belastung zurechtgekommen? Dies sind die Fragen, denen in diesem Buch nachgegangen wird. Grundlage sind intensive Gespräche mit Bewohnerinnen und Bewohnern von Alters- und Pflegheimen sowie mit Heimleitungen, Pflegepersonal und Mitarbeiter*innen in kommunalen Entscheidungsgremien.
Wie wollen wir in Zukunft die Pflege gestalten? Personzentriert und kultursensibel ist die grundlegende Antwort, die in diesem Band gegeben werden soll. Damit liegt eine Ideensammlung vor, deren Besonderheit ist, dass sie von jungen Kulturwissenschaftlerinnen und Kulturwissenschaftlern stammt. Sie fragen nach Pflegeformen, die als zukunftsweisend angesehen werden können, weil sie an den Bedürfnissen und an den kulturellen Hintergründen der betroffenen Menschen orientiert sind. Es geht einerseits um die ambulante Pflege durch die Spitex, andererseits um die stationäre Pflege in Alters- und Pflegezentren.
«Institutsgeschichte im Erdgeschoss» präsentiert neue Erkenntnisse zur Fachgeschichte in Zürich von den späten 1960er bis in die frühen 2000er Jahre. Die vorliegenden zehn Beiträge beleuchten die Geschichte des Volkskundlichen Seminars nicht so sehr als Professorengeschichte, denn als Mosaik der «Stimmen der Vielen», indem sie AkteurInnen, Themen und Vernetzungen des Faches nachspüren.
Die Mehrheit der Beiträge ist im Rahmen einer Lehrveranstaltung des Bachelor-Studienganges Populäre Kulturen entstanden. Die zweisemestrige Veranstaltung war dem forschenden Lernen verschrieben und bot Studierenden die Möglichkeit, erste Forschungs- und Publikationserfahrungen zu sammeln.
Wir befinden uns im Ludic Century, aus dem Videospiele nicht wegzudenken sind. Dabei verlassen diese den Rahmen von Konsole und Bildschirm und diffundieren in andere Sektoren der digitalen und lokalen Unterhaltung.
Vor diesem Hintergrund haben sich Masterstudierende des Studiengangs Populäre Kulturen am ISEK der Universität Zürich aus unterschiedlichen Perspektiven mit verschiedenen Phänomenen von digitalen Spielkulturen auseinandergesetzt und dabei das Achievement Autor/in unlocked.
Werkstücke ist ein Forum für erste Publikationen von Studierenden im Fach Populäre Kulturen am Institut für Sozialanthropologie und Empirische Kulturwissenschaft der Universität Zürich. Der vorliegende Band beinhaltet hervorragende Seminararbeiten aus unterschiedlichen Seminaren zwischen 2013 und 2014, die durch eine Jury ausgewählt und publikationsfähig aufbereitet wurden.
Der siebente Band beinhaltet Beiträge, die im Rahmen eines Vertiefungsmoduls zum Thema «Populäre Musik und Radio» im Herbst- und Frühjahrssemester 2015/2016 entstanden sind. Im Seminar wurde untersucht, wie sich das Radio seit seinen Anfängen verändert hat und welche Rolle Musik für die heutigen Formatradios spielt. In ihren Essays stellen die Studierenden Fragen an ein Alltagsmedium im Wandel. (Hg.: Thomas Järmann, Johannes Müske, erschienen Dezember 2016)
Der sechste Band vereint Beiträge, welche im Rahmen des Projektseminars «Olten» im Jahr 2015 entstanden sind. Drei Perspektiven standen dabei im Zentrum: Erstens die Stadt Olten als Beispiel für gegenwärtige alltagskulturelle Praxis im Schweizer Mittelland, zweitens symbolische Ordnungen der Stadt und deren Repräsentationen, drittens die Frage nach Genese und Erosion Oltens als (Non-)Lieu de mémoire.
Der fünfte Band der «Werkstücke» versammelt Beiträge aus einem Projektseminar, das sich im Frühjahrssemester und Herbstsemester 2012 mit der Thematik «Handyfilm» beschäftigte.
Dieser Sammelband enthält die schriftlichen Arbeiten von Studierenden des Instituts für Populäre Kulturen der Universität Zürich, die in unterschiedlichen Seminaren zwischen dem Herbstsemester 2011 und dem Frühjahrssemester 2013 entstanden sind.
Der dritte Band der «Werkstücke» versammelt Beiträge aus dem Master-Aufbaumodul des Herbstsemesters 2010/Frühjahrssemesters 2011 und dem Master-Aufbaumodul des Frühjahrssemesters 2012/ Herbstsemesters 2012.
Dieser Sammelband enthält die schriftlichen Arbeiten von Studierenden des Instituts für Populäre Kulturen der Universität Zürich, die in unterschiedlichen Seminaren im Frühjahrssemester 2011 und Herbstsemester 2011 entstanden sind.
Der erste Band der «Werkstücke» versammelt Beiträge aus dem Master-Aufbaumodul des Herbstsemesters 2010/Frühjahrssemesters 2011. Dessen Ziel war es, aus einer Hausarbeit aus dem Bachelorstudium einen publikationsfähigen Artikel zu erstellen. Erreicht werden sollte damit nicht ein thematischer Sammelband, sondern eine Sammlung jeweils in sich kohärenter Einzelbeiträge.